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Bayern - Wohnungsbau – Liste der Technischen Baubestimmungen, andere technische Regelwerke und Leitfäden

Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB)Fussnote 1

Zur Umsetzung der Bayerischen Bauordnung (BayBo)Fussnote 2 ist die Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB) eingeführt (siehe Art. 3 Abs. 2 Satz 1 BayBoReferenz 1). Im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern, mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen, waren die DIN-Normen zur Barrierefreiheit bis Ende 2012 nicht in die LTB aufgenommen.

Die „alten“ Regelungen ohne Einführung der DIN-Normen zur Barrierefreiheit gelten noch bis 30. Juni 2013, erst danach müssen die neu aufgenommenen Bestimmungen wie die der DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: WohnungenFussnote 3 angewandt werden (siehe dazu Nr. 4 dritter Absatz der Bekanntmachung vom 30. November 2012Referenz 2)

Dennoch waren auch bislang die DIN-Normen zur Barrierefreiheit als allgemein anerkannte Regeln der Technik grundsätzlich zu beachten:  Art. 3 Abs. 2 Satz 4 BayBoReferenz 3 besagt, dass die bauaufsichtlichen Anforderungen der BayBo dann als eingehalten gelten, wenn die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst und Technik beachtet werden (dazu zählten selbstverständlich auch die DIN 18025-1 Barrierefreie Wohnungen – Teil 1: Wohnungen für Rollstuhlbenutzer und die DIN 18025-2 Barrierefreie Wohnungen – Teil 2Fussnote 4).

Speziell für Wohnungen gelten bis Ende Juni 2013 Anforderungen in Anlehnung an die DIN 18025-2 Barrierefreie Wohnungen – Teil 2 (siehe dazu Kapitel Bayerische Bauordnung (BayBO)).

Leitfäden

Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern u. a.: Barrierefreies Bauen – Barrierefreie Wohnungen – Planungsgrundlagen – Leitfaden für Architekten, Fachingenieure, Bauherren zur DIN 18025 Teil 1 und Teil 2, München 2001Fussnote 5

In der Broschüre werden auf der Grundlage der jetzt zurückgezogenen Normen Empfehlungen für den Wohnungsbau gegeben.

Änderung Juli 2013

Ab dem 1. Juli 2013 wird angewandt:

DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: WohnungenFussnote 6

Nach Anlage 7.3/02 Liste der Technischen Baubestimmungen (Anlage 7.3/02Referenz 4) bezieht sich die Einführung der DIN 18040-2 nur auf Wohnungen, die nach Art. 48 Abs. 1 BayBOReferenz 5 barrierefrei sein müssen.

Unter Nr. 01 Anlage 7.3/02Referenz 6 wird klargestellt, dass die Norm regelmäßig anzuwenden ist, wenn bauaufsichtliche Anforderungen der Barrierefreiheit erfüllt werden müssen.

Nach Nr. 02 Anlage 7.3/02Referenz 7 sind von der Einführung ausgenommen:

  • Der Abschnitt 4.3.6 (Treppen), in dem es um die barrierefreie Nutzbarkeit von Treppen für Menschen mit begrenzten motorischen Einschränkungen sowie für blinde und sehbehinderte Menschen geht. Die entsprechenden Anforderungen beziehen sich auf die Laufgestaltung und Stufenbildung, auf Handläufe sowie Orientierungshilfen an Treppen und Einzelstufen. Die Anforderungen gelten für Gebäudetreppen und Treppen zur äußeren Erschließung.
  • Der Abschnitt 4.4 (Warnen/Orientieren/Informieren/Leiten), in dem es um Anforderungen der visuellen, auditiven und taktilen Wahrnehmbarkeit zur Gebäudenutzung geht. Die Anforderungen beziehen sich auf die Gestaltung entsprechender baulicher Voraussetzungen z. B. von Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und des üblichen Geschosswohnungsbaus.
  • Abschnitt 5.6 (Freisitz), in dem es um Anforderungen für die barrierefreie Nutzung durch die schwellenlose Erreichbarkeit und ausreichende Bewegungsflächen einer Terrasse, Loggia oder eines Balkons geht.
  • Alle Anforderungen mit der Kennzeichnung „R“. Diese Vorgaben betreffen die zusätzlichen oder weitergehenden Anforderungen an Wohnungen für eine barrierefreie und uneingeschränkte Rollstuhlnutzung (siehe Abschnitt 1 einschließlich Kasten "Anwendungsbereich"). Darunter fallen z. B. die Bewegungsflächen von 150 cm x 150 cm in Räumen und vor Sanitärobjekten, die Bewegungsfläche von 70 cm Tiefe und 90 cm Breite neben dem WC sowie die Türbreite von 90 cm.

Gemäß Nr. 03 Satz 1 Anlage 7.3/02Referenz 8 reicht es aus, wenn ein Fenster eines Aufenthaltsraums dem Abschnitt 5.3.2 Satz 2 entspricht. Hier geht es um Fenster, die auch in sitzender Position einen Durchblick in die Umgebung erlauben. Die weitergehende Anforderung der Norm bezieht sich auf einen Teil der Fenster in Wohn- und Schlafräumen. Nach Nr. 03 Satz 2 Anlage 7.3/02Referenz 9 sind Fenster auch dann zulässig, wenn sie auf Grund der Anforderungen an die Kindersicherheit eine Brüstungshöhe von 70 cm über OFFFussnote 7 haben. Die Norm verlangt dagegen, dass Brüstungen ab 60 cm Höhe durchsichtig sind.

Im Unterschied zum Abschnitt 5.5.6 (Badewannen) ist nach Nr. 04 Anlage 7.3/02Referenz 10 schon bei der Errichtung eines Gebäudes im Sanitärraum eine Badewanne anstelle eines Duschplatzes zulässig. Voraussetzung dafür ist, dass der Raum für die nachträgliche Anbringung eines barrierefreien Duschplatzes entsprechend dimensioniert und bauseitig vorbereitet ist.

Grundsätzlich gilt, dass technische Regeln auf die in der der DIN 18040-2 verwiesen wird, von der Einführung nicht erfasst sind (siehe letzter Satz der Anlage 7.3/02Referenz 11).

Fußnoten

Referenzen

Zurück zum Text, Referenz 1:BayBo
Bayerische Bauordnung
Art. 3, Abs. 2, Satz 1

Die vom Staatsministerium des Innern oder der von ihm bestimmten Stelle durch öffentliche Bekanntmachung als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln sind zu beachten.

Zurück zum Text, Referenz 2:Einführung LTB Bayern
Vollzug des Art. 3 Abs. 2 Satz 1 der Bayerischen Bauordnung (BayBO)
Nr. 4 / 3. Absatz

Die in Teil I unter der laufenden Nummer 7.3 (mit Anlagen 7.3/01 und 7.3/02) neu aufgeführte Technische Baubestimmung zum barrierefreien Bauen muss auf vor dem 1. Juli 2013 genehmigte Sonderbauten (Art. 2 Abs. 4 BayBO) sowie auf Bauvorhaben im vereinfachten Genehmigungsverfahren (Art. 59 Satz 1 BayBO), auf Bauvorhaben, die von der Genehmigung freigestellt sind (Art. 58 BayBO) und auf verfahrensfreie Bauvorhaben (Art. 57 Abs. 1 bis 4 BayBO) mit Baubeginn vor dem 1. Juli 2013 nicht angewandt werden.

Zurück zum Text, Referenz 3:BayBo
Bayerische Bauordnung
Art. 3, Abs. 2, Satz 4

Werden die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst und Technik beachtet, gelten die entsprechenden bauaufsichtlichen Anforderungen dieses Gesetzes und der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften als eingehalten.

Zurück zum Text, Referenz 4:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02

zu DIN 18040-2
Die Einführung bezieht sich auf Wohnungen, soweit sie nach Art. 48 Abs. 1 BayBO barrierefrei sein müssen.
Bei der Anwendung der Technischen Baubestimmung ist Folgendes zu beachten:
01. Die Norm ist regelmäßig anzuwenden, wenn bauaufsichtliche Anforderungen an das barrierefreie Bauen gestellt werden.
02. Die Abschnitte 4.3.6 und 4.4 und 5.6 sowie alle Anforderungen mit der Kennzeichnung „R“ sind von der Einführung ausgenommen.
03. Für Wohnungen nach Art. 48 Abs. 1 BayBO genügt es, wenn ein Fenster eines Aufenthaltsraums je Wohnung Abschnitt 5.3.2 Satz 2 entspricht. Zulässig sind auch Fenster, deren Brüstungen aufgrund der Anforderungen an die Kindersicherheit eine Höhe von 70 cm über OFF aufweisen.
04. Abweichend von Abschnitt 5.5.6 ist im Sanitärraum eine Badewanne anstelle eines Duschplatzes schon bei der Errichtung zulässig, sofern der Raum so dimensioniert und bauseits vorbereitet ist, dass ein barrierefreier Duschplatz nachträglich möglich ist.
Hinweis:
Technische Regeln, auf die in dieser Norm verwiesen wird, sind von der Einführung nicht erfasst.

Zurück zum Text, Referenz 5:BayBo
Bayerische Bauordnung
Art. 48, Abs. 1

In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein; Abs. 4 Sätze 1 bis 5 sind anzuwenden. Die Verpflichtung nach Satz 1 kann auch durch barrierefrei erreichbare Wohnungen in mehreren Geschossen erfüllt werden. Die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad, die Küche oder Kochnische sowie der Raum mit Anschlussmöglichkeit für eine Waschmaschine müssen

1.
in den Wohnungen nach Satz 1 Halbsatz 1,
2.
in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen und Aufzügen nach Art. 37 Abs. 4 in einem Drittel der Wohnungen

mit dem Rollstuhl zugänglich und barrierefrei nutzbar sein. Art. 32 Abs. 6 Satz 2, Art. 35 Abs. 2 und Art. 37 Abs. 4 bleiben unberührt.

Zurück zum Text, Referenz 6:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02 / Nr. 01

Die Norm ist regelmäßig anzuwenden, wenn bauaufsichtliche Anforderungen an das barrierefreie Bauen gestellt werden.

Zurück zum Text, Referenz 7:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02 / Nr. 02

Die Abschnitte 4.3.6 und 4.4 und 5.6 sowie alle Anforderungen mit der Kennzeichnung „R“ sind von der Einführung ausgenommen.

Zurück zum Text, Referenz 8:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02 / Nr. 03, Satz 1

Für Wohnungen nach Art. 48 Abs. 1 BayBO genügt es, wenn ein Fenster eines Aufenthaltsraums je Wohnung Abschnitt 5.3.2 Satz 2 entspricht.

Zurück zum Text, Referenz 9:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02 / Nr. 03, Satz 2

Zulässig sind auch Fenster, deren Brüstungen aufgrund der Anforderungen an die Kindersicherheit eine Höhe von 70 cm über OFF aufweisen.

Zurück zum Text, Referenz 10:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02 / Nr. 04

Abweichend von Abschnitt 5.5.6 ist im Sanitärraum eine Badewanne anstelle eines Duschplatzes schon bei der Errichtung zulässig, sofern der Raum so dimensioniert und bauseits vorbereitet ist, dass ein barrierefreier Duschplatz nachträglich möglich ist.

Zurück zum Text, Referenz 11:LTB Bayern
Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln Bayern
Nr. Anlage 7.3/02 / letzter Satz

Technische Regeln, auf die in dieser Norm verwiesen wird, sind von der Einführung nicht erfasst.

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