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Normen - Öffentlich zugängliche Gebäude

Die aus den 1990er Jahren stammenden Normen für barrierefreies Bauen sind seit langer Zeit als überholt erkannt und wurden in den letzten Jahren grundlegend überarbeitet.

Für den Bereich der öffentlich zugänglichen Gebäude wurden die Anforderungen bisher in der DIN 18024 Teil 2 festgelegt. Diese Norm wurde Ende 2010 durch die DIN 18040 Teil 1 abgelöst.

Im Wohnungsbau galten bisher die Normen DIN 18025 Teil 1 für Wohnungen für Rollstuhlnutzer sowie DIN 18025 Teil 2 für barrierefreie Wohnungen. Diese Normen sind seit Oktober 2011 in der DIN 18040 Teil 2 zusammengefasst.

Zusammen mit der DIN 18024 Teil 1 für den öffentlichen Raum (zur Zeit in Überarbeitung als DIN 18040-3) bilden diese Normen den Grundstock für die Planung von barrierefreien Gebäuden und Freiräumen. Sie gelten für Neubauten, können aber sinngemäß auch auf Umbauten oder Modernisierungen angewandt werden. Durch Veröffentlichung als Technische Baubestimmung können sie jeweils auf Länderebene rechtlich verbindlich werden.

Die neuen Normen sind bereits in die Musterliste der Technischen BaubestimmungenFussnote 1 aufgenommen und werden damit von der Bauministerkonferenz den Bundesländern zur Anwendung empfohlen. Bisher ist diese Änderung jedoch noch nicht in allen Bundesländern umgesetzt, so dass in einigen Ländern die DIN 18040 Teil 1 und 2 rechtlich verbindlich sind und in anderen noch die alten Normen 18025 Teil 1 und 2. Es ist daher stets für das betreffende Bundesland auf diesen Seiten der Rechtsstand und auch der Umfang der Verbindlichkeit zu prüfenFussnote 2.

Die Links verweisen auf redaktionelle Beiträge zu den jeweiligen Normen. Originaltexte von Normen sind von den redaktionellen Beiträgen aus in Gänze und in Auszügen nur nach einer kostenpflichtigen Registrierung erreichbar.

Öffentliche Gebäude: DIN 18040 Teil 1

Redaktioneller Beitrag: DIN 18040-1: 2010-10 – Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude

Die DIN 18040-1 bestimmt die Grundlagen für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von öffentlich zugänglichen Gebäuden und definiert diese. Sie führt zu den einzelnen Kapiteln sogenannte Schutzziele auf, Anforderungen, die zur barrierefreien Nutzung erfüllt sein müssen. Im Anschluss daran werden jeweils Lösungsmöglichkeiten zum Erreichen dieser Schutzziele dargestellt. Diese sind nicht verbindlich, die Schutzziele können laut Kapitel 1 (Anwendungsbereich) auch auf andere Weise erreicht werden.

Im Gegensatz zur bisherigen DIN 18024-2 werden in dieser Norm keine Anforderungen an Arbeitsstätten gestellt, da diese in der Arbeitsstättenrichtlinie geregelt sind.

Gegenüber der DIN 18024-2 wurden zudem sensorische Anforderungen ergänzt. Sie berücksichtigt damit u. a. auch auf die Bedürfnisse von blinden, sehbehinderten und hörbehinderten Personen.

Öffentliche Gebäude - alte Fassung: DIN 18024 Teil 2

Redaktioneller Beitrag: DIN 18024-2: 1996-11 – Barrierefreies Bauen - Teil 2: Öffentlich zugängige Gebäude und Arbeitsstätten - Planungsgrundlagen

Als Eingeführte Technische Baubestimmung in den meisten Bundesländern noch rechtlich verbindlich. Die Anwendung der DIN 18040 Teil 1 als Stand der Technik ist jedoch ratsam.

Weitere Normen zur Barrierefreiheit

Die oben aufgeführten Hauptnormen verweisen zudem auf weitere Normen mit Anforderungen an die Barrierefreiheit, hier sind insbesondere die folgenden zu erwähnen.

Aufzüge: DIN EN 81-70

Visuelle Informationen: DIN 32975

Redaktioneller Beitrag: DIN 32975: 2009-12 – Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Hier werden die Anforderungen an die visuelle Gestaltung von Informationen, aber auch an sicherheitsrelevante Ausstattungen zur Nutzung durch Sehbehinderte beschrieben. Neben einer Definition der notwendigen Leuchtdichtekontraste, ihrer Bestimmung und der Mindestwerte für verschiedene Anforderungen werden Bemessungsregeln für Schriften sowie die Maße und Ausführungen von Stufenkanten- und Glasflächenmarkierungen geregelt.

Bodenindikatoren: DIN 32984

Redaktioneller Beitrag: DIN 32984: 2011-10 – Bodenindikatoren im öffentlichen Raum

Diese Norm beschreibt als Überarbeitung der Ausgabe von 2000 die Anforderungen an Bodenindikatoren und sonstige Leitelemente für Blinde. Es werden Form und Maße der Profile und der erforderliche Leuchtdichtekontrast der Bodenindikatoren festgelegt sowie Aussagen zu den Anforderungen an die taktile und visuelle Erkennbarkeit getroffen.

Die Norm bestimmt zudem die Anordnung von Bodenindikatoren und beschreibt die Nutzbarkeit sonstiger Leitelemente für blinde und sehbehinderte Menschen. Anwendungsbereiche sind z. B. öffentlich zugängliche Einrichtungen, Gebäude, Verkehrsanlagen sowie Straßenräume (in den öffentlich zugänglichen Bereichen).

Weitere Normen

In weiteren Normen werden teilweise auch Aspekte der Barrierefreiheit behandelt - siehe hierzu auch Hauptkapitel DIN-Normen sowie Kapitel Weitere Normen Gebäude.

Fußnoten

  • Zurück zum Text, Fußnote 1

    Muster-Liste der Technischen Baubestimmungen - Fassung Dezember 2011; herausgegeben von der Bauministerkonferenz - Konferenz der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (ARGEBAU)

    Zu finden auf http://www.is-argebau.de > Mustervorschriften / Mustererlasse > Bauaufsicht / Bautechnik im Abschnitt "Liste der Technischen Baubestimmungen Teil I (Musterliste)"

    Direktlink PDF


    Weitere Informationen (externer Link)
  • Zurück zum Text, Fußnote 2

    Hier wird der Stand zum Februar 2013 abgebildet.

    Der aktuelle Stand der Umsetzung der Musterliste der Technischen Baubestimmungen ist auf der Homepage der Bauministerkonferenz zu finden:

    http://www.is-argebau.de > Mustervorschriften / Mustererlasse > Bauaufsicht / Bautechnik im Abschnitt "Liste der Technischen Baubestimmungen Teil I (Musterliste)"