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Übersicht DIN Normen

Die Aufgabe des DIN Deutsches Institut für Normung e. V. ist, zum Nutzen der Allgemeinheit unter Wahrung des öffentlichen Interesses in geordneten und transparenten Verfahren die Normung und Standardisierung anzuregen, zu organisieren, zu steuern und zu moderieren. Der Beuth Verlag veröffentlicht diese Normen.

Verbindlichkeit von Normen

Diese Normen sind nicht per se rechtsverbindlich, ihre Anwendung muss zwischen Bauherr, Architekt und Baubetrieb privatrechtlich vereinbart werden.

Rechtsverbindlich können Normen im Baurecht auch dadurch werden, dass der Gesetzgeber sie in seinem jeweiligen Bundesland als sogannte Technische Baubestimmung einführt. Mit der Veröffentlichung in der Liste der Technischen Baubestimmungen werden sie Bestandteil des Baurechts und sind einzuhalten. Hierbei ist zu beachten, dass einige Normen nicht komplett eingeführt sind und einzelne Abschnitte ausgenommen wurden.

In welchem Umfang die Normen zum Barrierefreien Bauen in den Bundesländern eingeführt sind, ist in den Beiträgen zu den Bundesländern unter dem Punkt Liste der Technischen Baubestimmungen, andere technische Regelwerke und Leitfäden für die Öffentlich zugänglichen Gebäude bzw. Technische Baubestimmungen für den Wohnungsbau dargestelltFussnote 1.

Einige der im folgenden dargestellten Normen werden derzeit überarbeitet, teilweise liegen bereits Entwürfe vor. Die Anwendung von Normentwürfen kann ebenfalls zwischen Bauherr, Architekt und Baubetrieb privatrechtlich vereinbart werden, hierauf ist gesondert hinzuweisen.

Normentwürfe werden hier lediglich erwähnt, nicht aber im Originaltext abgebildet, da sich im Einspruchverfahren bis zur endgültigen Veröffentlichung noch Änderungen ergeben können.

Die Links verweisen auf redaktionelle Beiträge zu den jeweiligen Normen. Originaltexte von Normen sind von den redaktionellen Beiträgen aus in Gänze und in Auszügen nur nach einer kostenpflichtigen Registrierung erreichbar.

Hauptnormen

Die aus den 1990er Jahren stammenden Normen für barrierefreies Bauen sind seit langer Zeit als überholt erkannt und wurden in den letzten Jahren grundlegend überarbeitet.

Für den Bereich der öffentlich zugänglichen Gebäude wurden die Anforderungen bisher in der DIN 18024 Teil 2 festgelegt. Diese Norm wurde Ende 2010 durch die DIN 18040 Teil 1 abgelöst.

Im Wohnungsbau galten bisher die Normen DIN 18025 Teil 1 für Wohnungen für Rollstuhlnutzer sowie DIN 18025 Teil 2 für barrierefreie Wohnungen. Diese Normen sind seit Oktober 2011 in der DIN 18040 Teil 2 zusammengefasst.

Zusammen mit der DIN 18024 Teil 1 für den öffentlichen Raum - die sich ebenfalls in Überarbeitung befindet - bilden diese Normen den Grundstock für die Planung von barrierefreien Gebäuden und Freiräumen. Sie gelten für Neubauten, können aber sinngemäß auch auf Umbauten oder Modernisierungen angewandt werden.

Die neuen Normen sind bereits in die Musterliste der Technischen BaubestimmungenFussnote 2 aufgenommen und werden damit von der Bauministerkonferenz den Bundesländern zur Anwendung empfohlen. Bisher ist diese Änderung jedoch noch nicht in allen Bundesländern umgesetzt, so dass in einigen Ländern die DIN 18040 Teil 1 und 2 rechtlich verbindlich sind und in anderen noch die alten Normen DIN 18024 Teil 2 und 18025 Teil 1 und 2. Es ist daher stets für das betreffende Bundesland der Rechtsstand und auch der Umfang der Verbindlichkeit zu prüfenFussnote 3.

Öffentliche Gebäude: DIN 18040 Teil 1

Redaktioneller Beitrag: DIN 18040-1:2010-10 – Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude

Die DIN 18040-1 bestimmt die Grundlagen für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von öffentlich zugänglichen Gebäuden und definiert diese. Sie führt zu den einzelnen Kapiteln sogenannte Schutzziele auf, Anforderungen die zur barrierefreien Nutzung erfüllt sein müssen. Im Anschluss daran werden jeweils Lösungsmöglichkeiten zum Erreichen dieser Schutzziele dargestellt. Diese sind nicht verbindlich, die Schutzziele können laut Kapitel 1 (Anwendungsbereich) auch auf andere Weise erreicht werden.

Im Gegensatz zur bisherigen DIN 18024-2 werden in dieser Norm keine Anforderungen an Arbeitsstätten gestellt, da diese in der Arbeitsstättenrichtlinie geregelt sind.

Gegenüber der DIN 18024-2 wurden zudem sensorische Anforderungen ergänzt. Sie berücksichtigt damit u.a. auch auf die Bedürfnisse von blinden, sehbehinderten und hörbehinderten Personen.

Öffentliche Gebäude - alte Fassung: DIN 18024 Teil 2

Redaktioneller Beitrag: DIN 18024-2:1996-11 – Barrierefreies Bauen - Teil 2: Öffentlich zugängige Gebäude und Arbeitsstätten - Planungsgrundlagen

Als Eingeführte Technische Baubestimmung ist die DIN 18024-2 in einigen Bundesländern noch rechtlich verbindlich. Die Anwendung der DIN 18040 Teil 1 als Stand der Technik ist jedoch ratsam.

Wohnungen: DIN 18040 Teil 2

Redaktioneller Beitrag: DIN 18040-2:2011-09 – Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2: Wohnungen

Die DIN 18040-2 bestimmt die Grundlagen für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von Wohnungen, Gebäuden mit Wohnungen und deren Außenanlagen und definiert diese. Auch sie führt zu den einzelnen Kapiteln lediglich sogenannte Schutzziele auf, Anforderungen die zur barrierefreien Nutzung erfüllt sein müssen. Im Anschluss daran werden jeweils Lösungsmöglichkeiten zum Erreichen dieser Schutzziele dargestellt. Diese sind nicht verbindlich, die Schutzziele können laut Kapitel 1 (Anwendungsbereich) auch auf andere Weise erreicht werden.

Eine Besonderheit ist, dass zusätzliche oder weitergehende Anforderungen an spezielle Wohnungen für eine uneingeschränkte Rollstuhlnutzung mit einem „R“ markiert sind. Diese Anforderungen gelten auch an die Infrastruktur von Gebäuden mit Wohnungen.

Für Wohnanlagen für spezielle Nutzergruppen können zudem zusätzliche oder andere Anforderungen notwendig sein, die jedoch in dieser Norm nicht aufgeführt werden.

Wohnungen - alte Fassung: DIN 18025 Teil 1

Redaktioneller Beitrag: DIN 18025-1:1992-12 – Barrierefreie Wohnungen; Wohnungen für Rollstuhlbenutzer; Planungsgrundlagen

Als Eingeführte Technische Baubestimmung ist die DIN 18025-1 in einigen Bundesländern noch verbindlich. Die Anwendung der DIN 18040 Teil 2 als Stand der Technik ist jedoch ratsam.

Wohnungen - alte Fassung: DIN 18025 Teil 2

Redaktioneller Beitrag: DIN 18025-2:1992-12 – Barrierefreie Wohnungen; Planungsgrundlagen

Als Eingeführte Technische Baubestimmung ist die DIN 18025-2 in einigen Bundesländern noch verbindlich. Die Anwendung der DIN 18040 Teil 2 als Stand der Technik ist jedoch ratsam.

Öffentlicher Raum: DIN 18024 Teil 1

Redaktioneller Beitrag: DIN 18024-1:1998-01 – Barrierefreies Bauen  - Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze - Planungsgrundlagen

Die DIN 18024 Teil 1 bestimmt die Planungsgrundlagen für barrierefreie Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrsanlagen, öffentliche Grünanlagen und Spielplätze. Sie ist in den meisten Bundesländern als Technische Baubestimmung eingeführt, wobei einzelne Abschnitte von der Einführung ausgenommen sein können.

Zur Zeit wird die DIN 18024-1 überarbeitet und soll unter der künftigen Nummer DIN 18040-3 voraussichtlich Mitte 2013 als Entwurf vorgelegt werden.

Weitere Normen zur Barrierefreiheit

Die oben aufgeführten Hauptnormen verweisen zudem auf weitere Normen mit Anforderungen an die Barrierefreiheit, hier sind insbesondere die Folgenden zu erwähnen.

Aufzüge: DIN EN 81-70

Redaktioneller Beitrag: DIN EN 81-70:2005-09 – Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen - Besondere Anwendungen für Personen- und Lastenaufzüge - Teil 70: Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen einschließlich Personen mit Behinderungen; Deutsche Fassung EN 81-70:2003 + A1:2004

In dieser Norm werden die Anforderungen an die barrierefreie Nutzbarkeit von Aufzügen erläutert. In einem nicht normativen Anhang sind die Maßnahmen für sehbehinderte Nutzer aufgeführt. Diese Norm ist nicht bauaufsichtlich eingeführt, ihre Anwendung ist privatrechtlich zu vereinbaren.

Visuelle Informationen: DIN 32975

Redaktionelle Beitrag: DIN 32975:2009-12 – Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Hier werden die Anforderungen an die visuelle Gestaltung von Informationen aber auch an sicherheitsrelevante Ausstattungen zur Nutzung durch Sehbehinderte beschrieben. Neben einer Definition der notwendigen Leuchtdichtekontraste, ihrer Bestimmung und der Mindestwerte für verschiedene Anforderungen werden Bemessungsregeln für Schriften sowie die Maße und Ausführungen von Stufenkanten- und Glasflächenmarkierungen geregelt.

Bodenindikatoren: DIN 32984

Redaktioneller Beitrag: DIN 32984:2011-10 – Bodenindikatoren im öffentlichen Raum

Diese Norm beschreibt als Überarbeitung der Ausgabe von 2000 die Anforderungen an Bodenindikatoren und sonstige Leitelemente für Blinde. Es werden Form und Maße der Profile und der erforderliche Leuchtdichtekontrast der Bodenindikatoren festgelegt sowie Aussagen zu den Anforderungen an die taktile und visuelle Erkennbarkeit getroffen.

Die Norm bestimmt zudem die Anordnung von Bodenindikatoren und beschreibt die Nutzbarkeit sonstiger Leitelemente für blinde und sehbehinderte Menschen. Der Anwendungsbereich sind z. B. öffentlich zugängliche Einrichtungen, Gebäude, Verkehrsanlagen sowie Straßenräumen (in den öffentlich zugänglichen Bereichen).

Weitere Normen

In weiteren Normen werden teilweise auch Aspekte der Barrierefreiheit behandelt - siehe hierzu Kapitel Weitere Normen Gebäude.

Fußnoten

  • Zurück zum Text, Fußnote 1

    Hier wird der Stand zum Februar 2013 abgebildet.

    Der aktuelle Stand der Umsetzung der Musterliste der Technischen Baubestimmungen ist auf der Homepage der Bauministerkonferenz zu finden:

    http://www.is-argebau.de > Mustervorschriften / Mustererlasse > Bauaufsicht / Bautechnik im Abschnitt "Liste der Technischen Baubestimmungen Teil I (Musterliste)"

  • Zurück zum Text, Fußnote 2

    Muster-Liste der Technischen Baubestimmungen - Fassung Dezember 2011; herausgegeben von der Bauministerkonferenz - Konferenz der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (ARGEBAU)

    Zu finden auf http://www.is-argebau.de > Mustervorschriften / Mustererlasse > Bauaufsicht / Bautechnik im Abschnitt "Liste der Technischen Baubestimmungen Teil I (Musterliste)"

    Direktlink PDF


    Weitere Informationen (externer Link)
  • Zurück zum Text, Fußnote 3

    Hier wird der Stand zum Februar 2013 abgebildet.

    Der aktuelle Stand der Umsetzung der Musterliste der Technischen Baubestimmungen ist auf der Homepage der Bauministerkonferenz zu finden:

    http://www.is-argebau.de > Mustervorschriften / Mustererlasse > Bauaufsicht / Bautechnik im Abschnitt "Liste der Technischen Baubestimmungen Teil I (Musterliste)"