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DIN EN 81-70: Aufzüge

Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen - Besondere Anwendungen für Personen­ und Lastenaufzüge - Teil 70: Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen einschließlich Personen mit Behinderungen; Deutsche Fassung EN 81­70:2003 + A1:2004

Normentext DIN EN 81-70

Inhalt

Diese Norm trifft vorrangig sicherheitstechnische Festlegungen, behandelt aber ebenso Anforderungen an die barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Aufzügen.

Anmerkung zur Einführung

Die DIN EN 81-70 gehört nicht zu den Normen, die als Technische Baubestimmung bauordnungsrechtlich eingeführt sind. Ihre Anwendung ist daher privatvertraglich zu vereinbaren.

Barrierefreiheit

Aspekte der Barrierefreiheit werden in verschiedenen, auszugsweise nachfolgend dargestellten Kapiteln behandelt.

Einleitung

Nach einer Anmerkung in der Einleitung dürfen die europäischen Länder die Aufzugsgröße für den Grad der Zugänglichkeit für Benutzer von Rollstühlen frei aus Tabelle 1 der Norm auswählen und gesetzlich fordern. In dieser Tabelle werden drei Typen von Aufzugsgrößen für die Zugänglichkeit durch unterschiedliche Norm-Rollstühle festgelegt. Weiter wird auf die Notwendigkeit von vertraglichen Absprachen zwischen Kunden und Lieferanten zu bestimmten Aspekten hingewiesen. Dies ist vor allem notwendig, um bestimmte nicht normative Anforderungen (wie beispielsweise Anforderungen Blinder und Sehbehinderter nach Anhang E) aus dieser Norm explizit zu vereinbaren.

Kapitel 1 bis 4

Die Kapitel 1 bis 4 behandeln sicherheitstechnische Aspekte, auf die hier nicht weiter eingegangen wird.

Kapitel 5 (Auszüge)

Nachfolgend werden die in Kapitel 5 behandelten Aspekte der Barrierefreiheit dargestellt.

5.2 Zugänge - Türöffnungen

Kapitel 5.2 legt die Mindest-Zugangsbreite auf 800 mm fest und merkt an, dass nationale Regelungen mehr fordern dürfen und Aufzüge der Typen 2 und 3 größere Zugangsbreiten haben sollten (900 mm bzw. 1100 mm). Weiter müssen die Haltestellen hindernisfrei zugänglich sein und es wird der Wirkungsbereich für den Einklemmschutz festgelegt.

5.3 Fahrkorbabmessungen und -einrichtungen, Anhalte-/ Nachregulierungsgenauigkeit

Kapitel 5.3 behandelt wichtige Maße. In Unterkapitel 5.3.1 werden in Tabelle 1 die Fahrkorbabmessungen für die Zugänglichkeit mit verschiedenen Norm-Rollstühlen festgelegt: Typ 1 = 1000 x 1250 mm / Typ 2 = 1100 x 1400 mm / Typ 3 = 2000 x 1400 mm. Unterkapitel 5.3.2 behandelt die Inneneinrichtung und legt die Abmessungen, die Anbringungshöhe und weitere Ausführungsdetails für Handläufe fest. Weiter werden hier Anforderungen an eventuelle Klappsitze festgelegt sowie für die Aufzugstypen 1 und 2, bei denen Rollstuhlnutzer nicht wenden können, der Einsatz von Spiegeln gefordert. Im Unterkapitel 5.3.3 wird die Anhaltegenauigkeit zur Vermeidung von Schwellen beim Einstieg festgelegt.

5.4 Befehlsgeber und Anzeigen

Kapitel 5.4 beschreibt die Anforderungen an Anordnung von Befehlsgebern (Tastern) in der Haltestelle und im Fahrkorb sowie in Tabelle 2 deren Größe, Erkennbarkeit, Stellkraft, Rückmeldung, Anordnung sowie die Taktilität von Symbolen. Für Zehnertastaturen wird auf Anhang F verwiesen. Für Anzeigen in der Haltstelle werden ggf. ein Türöffnungssignal und Richtungsanzeiger sowie akustische Richtungshinweise gefordert, weiter werden hier die Lage von Positionsanzeigen im Fahrkorb festgelegt und Anforderungen an die Notrufeinrichtung wie optische Rückmeldungen aufgeführt.

Kapitel 6 und 7

Im Kapitel 6 werden Nachweisverfahren behandelt und in Kapitel 7 die notwendigen Benutzerinformationen für den Betreiber festgelegt.

Anhänge

Weitere Aspekte werden in Anhängen behandelt, die zum Teil normativ, also bei Vereinbarung der Anwendung dieser Norm verbindlich zu beachten sind und zum Teil lediglich informativ. Die Anwendung dieser informativen Teile müssen gesondert vereinbart werden.

Anhang A (informativ) – Allgemeine Bemerkungen zur Zugänglichkeit

Anhang A erläutert umfänglich die Notwendigkeit der Zugänglichkeit für Personen mit Behinderung. 

Anhang B (normativ) – Kategorien von Behinderungen und berücksichtigte Behinderungen

Anhang B beschreibt die Behinderungsarten, die in dieser Norm berücksichtigt wurden.

Anhang C (normativ) – Risikobeurteilung

Anhang C listet potentielle Gefährdungen in der Nutzung von Aufzügen auf und verweist auf die zugehörigen Maßnahmen in den entsprechenden Kapiteln dieser Norm. Eine weitere Liste ordnet Gesichtspunkte der Zugänglichkeit wie Stufenbildung oder Betätigung den betreffenden Kapiteln zu.

Anhang D (informativ) – Allergie verursachende Werkstoffe

Anhang D problematisiert den Aspekt der Allergien auf bestimmte Werkstoffe und regt an, diese bei bestimmten Bauteilen wie Tastern und Handläufen nicht einzusetzen. Weiter gibt der Anhang Empfehlungen zur Reinigung.

Anhang E (informativ) – Leitfaden für Maßnahmen für blinde und sehbehinderte Personen

Der Anhang E beschreibt leider nur informativ – also nicht normativ verbindlich – die Aspekte, die für eine Nutzung durch Blinde und Sehbehinderte berücksichtigt werden sollten. Themen sind hierbei Farb-/Farbtonkontrastierung und Oberflächenbeschaffenheit, Beleuchtung, tastbare Zeichen und Symbole, Braille, die Auffindbarkeit der Haltestelle sowie die taktile und akustische Ausstattung des Fahrkorbs. Die Anwendung dieses Kapitels ist unbedingt zu empfehlen.

Anhang F (normativ) – Zehnertastatur

Anhang F beschreibt die notwendigen Maßnahmen, um eine Zehnertastatur als Steuerungsgeber zugänglich zu gestalten.

Anhang G (informativ) – Weitere Einrichtungen

Anhang G führt Anforderungen an extragroße Befehlsgeber in der Haltestelle und im Fahrkorb auf, insbesondere zu ihrer Größe und Anordnung. Weiter wird die Ferneingabe von Rufen, beispielsweise durch Chipkarten, behandelt.

Abschließend folgen ein Anhang zum Zusammenhang zwischen dieser Norm und einer europäischer Richtlinie sowie ein Literaturverzeichnis.