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DIN 18040 Teil 2 - Wohnungen

DIN 18040-1:2010-10 – Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2: Wohnungen

Normentext DIN 18040-2

Inhalt

Die DIN 18040-2 bestimmt die Grundlagen für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von Wohnungen, Gebäuden mit Wohnungen und deren Außenanlagen, die der Erschließung und wohnbezogenen Nutzung dienen und definiert diese. Hierbei unterscheidet sie zwischen barrierefrei nutzbaren Wohnungen und solchen, die barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sind. Letztere Anforderungen werden in der Norm mit einem R gekennzeichnet, sie gelten auch für die Infrastruktur der Gebäude.

Die Norm führt zu den einzelnen Kapiteln sogenannte Schutzziele auf, Anforderungen die zur barrierefreien Nutzung erfüllt sein müssen. Im Anschluss daran werden jeweils Lösungsmöglichkeiten zum Erreichen dieser Schutzziele dargestellt. Diese sind nicht verbindlich, die Schutzziele können laut Kapitel 1 (Anwendungsbereich) auch auf andere Weise erreicht werden.

Gegenüber der DIN 18025 Teil 1 wurden zudem sensorische Anforderungen ergänzt. Sie berücksichtigt damit u.a. auch die Bedürfnisse von blinden, sehbehinderten und hörbehinderten Personen.

Anmerkung zur Einführung

Die DIN 18040-2 ist in die Musterliste der Technischen BaubestimmungenFussnote 1 aufgenommmen und in einigen Bundesländern bereits eingeführt, sie wird dort damit rechtsverbindlich. Allerdings sind bei der Einführung oftmals einzelne Abschnitte ausgenommen.

In den Bundesländern, die die DIN 18040-2 bisher noch nicht eingeführt haben, ist sind DIN 18025 Teil 1 für Rollstuhlnutzerwohnungen und DIN 18025 Teil 2 für Barrierefreie Wohnungen als Technische Baubestimmung noch eingeführt und daher rechtlich verbindlich. Die Anwendung der DIN 18040-2 empfiehlt sich aber dennoch grundsätzlich, da sie den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt und im Streitfall gutachterlich als maßgeblich betrachtet werden wird.

Der Stand der Einführung ist auf der Seite zum Wohnungsbau für jedes Bundesland über die jeweiligen Länderbeiträge zu prüfen.

Vorwort

Das Vorwort führt die Definition der Barrierefreiheit nach dem Behindertengleichstellungsgesetz auf und bestimmt den Personenkreis dessen Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Kapitel 1: Anwendungsbereich

In Kapitel 1 ist zunächst der Anwendungsbereich festgelegt: Wohnungen sowie Gebäude mit Wohnungen und deren Außenanlagen, die der Erschließung und wohnbezogenen Benutzung dienen. Es wird klargestellt, dass die Anforderungen an die Infrastruktur der Gebäude mit Wohnungen grundsätzlich die uneingeschränkte Nutzung mit dem Rollstuhl berücksichtigen soll. Innerhalb von Wohnungen wird zwischen barrierefrei nutzbaren Wohnungen sowie barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnungen unterschieden. Letzte Anforderung bezieht sich auf die geometrischen Anforderungen, die sich aus den Abmessungen eines hier festgelegten Standardrollstuhls ergeben, sie sind in der Norm mit einem "R" gekennzeichnet. Weiter wird darauf verwiesen, dass bei Wohnanlagen für spezielle Nutzergruppen sowie Wohnungen für spezielle Nutzer zusätzliche oder andere Anforderungen notwendig sein können.

Es werden in der Norm zunächst in den einzelnen Abschnitten zu erreichende Schutzziele als Voraussetzung für die Barrierefreiheit genannt, diese können auch auf andere Weise als in der Norm festgelegt erreicht werden.

Die DIN 18040-2 gilt für Neubauten und kann sinngemäß für Umbauten oder Modernisierungen angewandt werden.

Kapitel 2: Normative Verweise

Kapitel 2 listet normative Verweise auf Normen und andere Dokumente auf, die für die Anwendung der DIN 18040-2 erforderlich sind. Für andere Dokumente sind Bezugsquellen angegeben.

DIN 18040-1, Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude

DIN 18650-1, Schlösser und Baubeschläge - Automatische Türsysteme - Teil 1: Produktanforderungen und Prüfverfahren

DIN 18650-2, Schlösser und Baubeschläge - Automatische Türsysteme - Teil 2: Sicherheit an automatischen Türsystemen

DIN 32976, Blindenschrift - Anforderungen und Maße

DIN EN 81-70:2005-09, Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen - Besondere Anwendungen für Personen- und Lastenaufzüge - Teil 70: Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen einschließlich Personen mit Behinderungen; Deutsche Fassung EN 81-70:2003 + A1:2004

DIN EN 1154, Schlösser und Baubeschläge - Türschließmittel mit kontrolliertem Schließablauf - Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 12217, Türen - Bedienungskräfte - Anforderungen und Klassifizierung

DIN EN 13115, Fenster – Klassifizierung mechanischer Eigenschaften – Vertikallasten, Verwindung und Bedienkräfte

BGR 1811, BG-Regel - Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr

GUV-I 85272, GUV-Informationen - Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche

Kapitel 3: Begriffe

In Kapitel 3 werden die in der Norm verwendeten Begriffe definiert, vereinzelt gibt es hierzu Querverweise auf andere Normen und kurze Beispiele.

Hier definierte Begriffe: Bedienelement, Bewegungsfläche, Blindheit, Hörbehinderung, Leuchtdichtekontrast, motorische Einschränkung, Orientierungshilfe, Sehbehinderung, sensorische Einschränkung, Zwei-Sinne-Prinzip.

Kapitel 4: Infrastruktur

Die Schutzziele und konkreten Anforderungen an die Infrastruktur eines Gebäudes mit barrierefreien Wohnungen werden im Kapitel 4 definiert.

Kapitel 4.1: Allgemeines

Kapitel 4.1 erläutert die Infrastruktur als die der Erschließung dienenden Bereiche, Bauteile und technischen Einrichtungen. Hier werden als Grundlage für die weiteren Kapitel die notwendigen Verkehrs-, Bewegungs- und Sicherheitsflächen für verschiedene Situationen maßlich festgelegt und bildlich dargestellt.

Kapitel 4.2: Äußere Erschließung auf dem Grundstück

Das Kapitel 4.2 zur äußeren Erschließung auf dem Grundstück definiert die Schutzziele und Lösungsmöglichkeiten für Gehwege, Verkehrsflächen (Kapitel 4.2.1), für PKW-Stellplätze (Kapitel 4.2.2) und für Zugangs- und Eingangsbereiche (Kapitel 4.2.3).

Für Gehwege und Verkehrsflächen werden Hinweise zu folgenden Fragestellungen gegeben: Begegnungsfall auf Wegen, Oberflächenanforderungen wie Befahrbarkeit und Entwässerung (Gefälle, Querneigung, Längsneigung), Neigung samt Podesten). Für PKW-Stellplätze für Behinderte werden die Kennzeichnung und die Abmessungen behandelt und sowie die Anordnung in Garagen und die Anforderungen an Garagentore festgelegt. Bei Zugangs- und Eingangsbereichen gibt es Planungshinweise zur leichten und barrierefreien Auffindbarkeit (Kontrastgestaltung, taktile Elemente, Verweis auf Bodenindikatoren, stufen- und schwellenlose Eingänge, Neigung, Rampen, Bewegungsflächen) sowie Verweise auf spätere Kapitel.

Kapitel 4.3: Innere Erschließung des Gebäudes

In Kapitel 4.3 wird die innere Erschließung des Gebäudes bearbeitet. Hier sind in Kapitel 4.3.1 allgemeine Hinweise zur stufen- und schwellenlosen Zugänglichkeit sowie zu Treppen zu finden. Für konkrete Anforderungen an Treppen und an die innere Erschließung von Wohnungen wird auf weitere Kapitel verwiesen.

Kapitel 4.3.2 behandelt die nutzbaren Breiten und die Abmessungen von Bewegungsflächen in Fluren und sonstigen. Anforderungen an Türen werden in Kapitel 4.3.3 und seinen Unterkapiteln dargestellt: Wahrnehmbarkeit, Leichtgängigkeit, Sicherheit, maßliche und konstruktive Anforderungen, Drückergarnituren, Bewegungsflächen vor Türen, Orientierungshilfen, Sicherheitsmarkierungen. Kapitel 4.3.4 beschreibt die Schutzziele bei Bodenbelägen (Rutschfestigkeit, Sicherheit, Orientierungsmöglichkeit, Vermeidung von Spiegelung und Blendung). Für Aufzugsanlagen werden in Kapitel 4.3.5 die notwendigen Bewegungsflächen davor und der Abstand gegenüberliegender Treppen festgelegt und weiter auf DIN EN 81-70 verwiesen. Treppen, hier Gebäudetreppen und solche im äußeren Bereich der Erschließung, werden in Kapitel 4.3.6 in Bezug auf die Laufgestaltung, die Stufenausbildung, die Handläufe und Orientierungshilfen definiert. Die notwendigen Eigenschaften von Rampen werden in Kapitel 4.3.7 maßlich und bezogen auf ihre Ausstattung festgelegt. Im letzten Kapitel 4.3.8 sind dann noch die Maße und Anforderungen für Rollstuhlabstellplätze aufgeführt.

Kapitel 4.4: Warnen/Orientieren/Informieren/Leiten

Um die Themen Warnen, Orientieren, Informieren und Leiten geht es in Kapitel 4.4, in dessen erstem Unterkapitel 4.4.1 unter anderem als Einleitung das Zwei-Sinne-Prinzip erwähnt wird. Für Orientierungshilfen in komplexeren Gebäuden wird hier auf DIN 18040-1Fussnote 2 verwiesen. Kapitel 4.4.2 erläutert grundsätzliche Anforderungen an visuelle Informationen während Kapitel 4.4.3 die auditiven Anforderungen behandelt. Taktile Informationen werden in Kapitel 4.4.4 beschrieben. Die Anforderungen an Bedienelemente wie Lichtschalter, Kommunikationsanlagen wie Gegensprechanlagen u. ä. sowie

Ausstattungselemente wie Briefkästen und Feuerlöscher sind in Kapitel 4.5 unter den jeweils gleich benannten Unterkapiteln 4.5.2 bis 4.5.4 erläutert. Kapitel 4.5.1 gibt eine kurze Einführung. Es werden die Anforderungen an die Erkennbarkeit und Nutzbarkeit für sensorisch eingeschränkte Nutzer und die Erreichbarkeit für mobilitätseingeschränkte Personen erläutert und mit Maßen hinterlegt.

Kapitel 5: Räume in Wohnungen

Die konkreten Anforderungen an Räume innerhalb von Wohnungen werden im Kapitel 5 definiert. Hierbei wird unterschieden zwischen barrierefrei nutzbaren Wohnungen und solchen, die barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sind. Anforderungen an Letztere sind in der Norm mit einem R markiert.

Kapitel 5.1: Allgemeines

In der Einleitung in Kapitel 5.1 werden zunächst die grundlegenden Anforderungen an Wohnungen sowie die Unterscheidung in barrierefrei nutzbare Wohnungen und barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnungen erläutert. Anforderungen an letztere werden mit einem R gekennzeichnet. Für Bedienelemente wird grundsätzlich auf die Anforderungen mit einem R nach Kapitel 4.5.2 verwiesen, zudem wird die maximal aufzuwendende Kraft bei Bedienvorgängen festgelegt. In einer Anmerkung wird die Größe eines eventuell benötigten, individuellen Flächenbedarfs bestimmt.

Kapitel 5.2: Flure innerhalb von Wohnungen

Kapitel 5.2 bestimmt die Breiten und die zu beachtenden Bewegungsflächen in Fluren.

Kapitel 5.3: Türen, Fenster

Die Anforderungen an Türen und Fenster wie Abmessungen, Bedienkräfte und davorliegende Bewegungsflächen werden in Kapitel 5.3 festgelegt.

Kapitel 5.4: Wohn-, Schlafräume und Küchen

Für Wohnräume, Schlafräume und Küchen werden die benötigten Bewegungsflächen vor Einrichtungen in Kapitel 5.4 definiert. Für Rollstuhlnutzer gibt es zudem eine Empfehlung zur Anordnung der Kücheneinrichtung.

Kapitel 5.5: Sanitärräume

Sanitärräume werden in Kapitel 5.5 behandelt. Unterkapitel 5.5.1 gibt allgemeine Hinweise zur Schlagrichtung der Eingangstür, zur Ausführung von Armaturen und zum Kontrast von Ausstattungselementen, während in Unterkapitel 5.5.2 die Bewegungsflächen festgelegt werden. In 5.5.3 werden die maßlichen Anforderungen an die WC-Sitze und die benötigten Bewegungsflächen aufgelistet und die Anforderungen an Bedienelemente und Stützen erläutert. Die Gestaltung der Waschplätze findet sich in Unterkapitel 5.5.4 mit Angaben zur Einbauhöhe, zur benötigten Beinfreiheit sowie zur Ausstattung mit einem Spiegel. Die Anforderungen an Duschplätze und an Badewannen werden in 5.5.5 und 5.5.6 aufgeführt und in 5.5.7 wird ein zusätzlichen Sanitärraumes für größere Wohnungen gefordert.

Kapitel 5.6: Freisitz

Kapitel 5.6 behandelt die barrierefreie Nutzbarkeit eines zur Wohnung zugehörigen Freisitzes (Terrasse, Loggia, Balkon), die sich aus der schwellenlosen Erreichbarkeit, ausreichenden Bewegungsflächen und einer Durchsicht ermöglichenden Brüstung ergibt.

Abschließend gibt die DIN 18040-2 noch Literaturhinweise.

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Fußnoten

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    Muster-Liste der Technischen Baubestimmungen - Fassung Dezember 2011; herausgegeben von der Bauministerkonferenz - Konferenz der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (ARGEBAU)

    Zu finden auf http://www.is-argebau.de > Mustervorschriften / Mustererlasse > Bauaufsicht / Bautechnik im Abschnitt "Liste der Technischen Baubestimmungen Teil I (Musterliste)"

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