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DIN 18024 Teil 1 - Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze

DIN 18024-1:1998-01 – Barrierefreies Bauen  - Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze - Planungsgrundlagen 

Normentext DIN 18024-1

Anmerkung zur Einführung

Die DIN 18024-1 ist überwiegend als Technische Baubestimmung in den Bundesländern eingeführt und somit rechtsverbindlich. Es ist jedoch darauf zu achten, dass einzelne Abschnitte von der Einführung ausgenommen sein können. Im Falle eines Rechtsstreits können jedoch auch diese Abschnitte gutachterlich als Stand der Technik und damit als verbindlich betrachtet werden.

Zur Zeit wird die DIN 18024-1 überarbeitet und wird künftig unter der künftigen Nummer DIN 18040-3 neu erscheinen. Der Entwurf ist für Mitte 2013 angekündigt.

Kapitel 1: Anwendungsbereich

Im Kapitel 1 wird der Geltungsbereich auf die im Titel erwähnten Bereiche festgelegt. Neben der Anwendbarkeit auf Umbauten, Modernisierungen und Nutzungsänderungen werden hier die von der Barrierefreiheit profitierenden Nutzer aufgelistet.

Kapitel 2: Normative Verweise

Kapitel 2 listet normative Verweise auf Normen und andere Dokumente auf, die für die Anwendung der DIN 18024-1 erforderlich sind. Für andere Dokumente sind Bezugsquellen angegeben.

DIN 5035-2, Beleuchtung mit künstlichem Licht; Richtwerte für Arbeitsstätten in Innenräumen und im Freien

DIN 15325:1990-12, Aufzüge; Bedienungs-, Signalelemente und Zubehör; ISO 4190-5, Ausgabe 1987 modifiziert

DIN 18024-2:1996-11, Barrierefreies Bauen - Teil 2: Öffentlich zugängige Gebäude und  Arbeitsstätten, Planungsgrundlagen (Anmerkung: abgelöst durch DIN 18040 Teil 1)

DIN 18025-1:1992-12, Barrierefreie Wohnungen; Wohnungen für Rollstuhlbenutzer; Planungsgrundlagen (Anmerkung: abgelöst durch DIN 18040 Teil 2)

DIN 18034, Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Anforderungen und Hinweise für die Planung und den Betrieb

DIN 32981, Zusatzeinrichtungen für Blinde an Straßenverkehrs-Signalanlagen (SVA) – Anforderungen

DIN 32984, Bodenindikatoren im öffentlichen Verkehrsraum (Anmerkung: Überarbeitung als „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“, Ausgabe 2011-10)

RSA, Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen, Ausgabe 1995

RILSA, Richtlinien für Lichtsignalanlagen, Ausgabe 1992

Kapitel 3: Begriffe

In Kapitel 3 werden die in der Norm verwendeten Begriffe definiert: Ausstattung, Bewegungsfläche und Begegnungsfläche.

Kapitel 4: Maße der Bewegungsflächen

Kapitel 4 listet nach den allgemeinen Anforderungen in Kapitel 4.1 in den Unterkapitel 4.2 bis 4.13 die benötigten Maße von Bewegungsflächen bei verschiedenen Situationen auf: Schutzinseln bei Hauptverkehrsstraßen, Gehwegen im Umfeld von Kindergärten und Schulen, Freizeiteinrichtungen, Einkaufszentren, Pflegeeinrichtungen sowie auf Fußgängerüberwegen und Furten, Verweilflächen auf Fußgängerüberwegen und Furten von Erschließungsstraßen und auf Gehwegen an Sammelstraßen. Ferner Bewegungsflächen als Wendemöglichkeit, als Ruhefläche, Verweilplatz, am Anfang und am Ende einer Rampe, vor Haus- und Gebäudeeingängen, vor Fernsprechstellen und Notrufanlagen, vor Serviceschaltern, vor Dienstleistungsautomaten, Briefeinwürfen, Ruf- und Sprechanlagen, vor Durchgängen, Kassen und Kontrollen, vor und neben Ruhebänken, vor Bedienungsvorrichtungen, vor und nach Fahrtreppen und Fahrsteigen, vor Rahmensperren und Umlaufschranken. Weiter werden Bewegungsflächen neben der Längsseite des Kraftfahrzeuges des Rollstuhlbenutzers auf Pkw-Stellplätzen, zwischen Umlaufschranken, zwischen Radabweisern einer Rampe und situationsbedingt auf Hauptgehwegen bemaßt. Flächen an Durchgängen von Kassen und Kontrollen, Nebengehwegen und entlang von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel werden ebenfalls festgelegt.

Kapitel 5: Maße der Begegnungsflächen

Das Kapitel 5 definiert in welchen Abständen und mit welchen Abmessungen Begegnungsflächen für Rollstuhlnutzer vorgesehen werden müssen.

Kapitel 6: Oberflächenbeschaffenheit von Bewegungs- und Begegnungsflächen

Die Anforderungen an die im vorigen Kapitel maßlich festgelegten Flächen werden in Kapitel 6 festgelegt. Bezüglich Orientierungshilfen wird auf Kapitel 19 verwiesen.

Kapitel 7: Tür

Lichte Maße von Türen werden in Kapitel 7 festgelegt, für Maße von Bewegungsflächen wird auf die DIN 18025-1- Barrierefreie Wohnungen – Wohnungen für Rollstuhlfahrer - Planungsgrundlagen verwiesen (Anmerkung: abgelöst durch DIN 18040 Teil 2).

Kapitel 8: Fußgängerverkehrsfläche

In Kapitel 8 über Fußverkehrsflächen werden zunächst in Kapitel 8.1 allgemeine Anforderungen wie Schutzstreifen, Höhenunterschied von Kanten (Bordsteinkanten), Begrenzungsstreifen zwischen Rad und Gehweg sowie Muldenrinnen festgelegt und auf die Norm für Bodenindikatoren DIN 32984 verwiesen.

Kapitel 8.2 definiert das zulässige Längsgefälle und notwendige Verweilplätze, während sich Kapitel 8.3 mit dem Quergefälle von Gehwegen beschäftigt.

Die taktil und optisch kontrastierende Wahrnehmbarkeit von Richtungsänderungen wird in Kapitel 8.4 gefordert und der Einbau von taktil und optisch kontrastierend wahrnehmbaren Leitsystemen nach DIN 32984 in Kapitel 8.5 festgelegt.

Kapitel 9: Verweilplätze

Verweilplätze auf Gehwegen, Treppen- und Rampenanlagen u.a. werden in Kapitel 9 thematisiert.

Kapitel 10: Zugang, Fußgängerüberweg und Furt auf gleiche Ebene

In Kapitel 10 werden im Kapitel 10.1 die Anforderungen an Borde im Bereich von Zugängen, Fußgängerüberwegen, Furten, Schutzinseln und Gehwegüberfahrten bezüglich der Barrierefreiheit definiert. Kapitel 10.2 behandelt die Anordnung und Ausbildung von Querungsstellen und geht auch auf Sichthindernisse und Schachtabdeckungen ein.

Kapitel 11: Straßenverkehrs-Signalanlagen an Furten

Kapitel 11 verweist bezüglich der Lichtsignalanlagen (Ampeln) auf die DIN 32081 ("Blindenampeln") Fussnote 1 und die  RiLSA (Richtlinie für Lichtsignalanlagen, Herausgeber FGSV)Fussnote 2 legt die anzusetzende Querungsgeschwindigkeit fest und benennt in Kapitel 18 für die Anforderungen an die Bedienungselemente.

Kapitel 12: Zugang zu unterschiedlichen Ebenen

Das Kapitel 12 beschäftigt sich mit den verschiedenen baulichen Möglichkeiten Höhenunterschiede zu bewältigen, benennt die Anforderungen an deren barrierefreie Nutzbarkeit und benennt ihre die Grenzen.

Kapitel 12.1 stellt die allgemeine Anforderung auf, dass unterschiedliche Ebenen nicht nur über Treppen und Fahrtreppen zugänglich gemacht werden dürfen ,sondern hierfür auch Rampen oder Aufzüge eingeplant werden müssen. Für Maße von Bewegungsflächen, Orientierung und Beleuchtung wird auf andere Kapitel verwiesen und es wird die Berücksichtigung von DIN 32984 (Bodenindikatoren) gefordert.

Anforderungen an Treppen werden in Kapitel 12.2 beschrieben, Stichworte hierzu sind Wendeltreppen, Handläufe, taktile Orientierungshilfen, Stufenkantenmarkierungen, Aufmerksamkeitsfelder, Stufenunterschneidungen und seitliche Stufenenden. Weiter wird die Durchgangshöhe unter Treppen festgelegt und für Bewegungsflächen auf Kapitel 4 verwiesen.

In Kapitel 12.3 wird die Geschwindigkeit, der Vorlauf und der Steigungswinkel von Fahrtreppen sowie in Kapitel 12.4 von Fahrsteigen definiert.

Die Steigung von Rampen und notwendige Zwischenpodeste werden in Kapitel 12.5 festgelegt, ebenso Radabweiser, Quergefälle, Handläufe und die bauliche Anordnung von Rampen im Verhältnis zu abwärtsführenden Treppen.

Kapitel 12.6 legt von Aufzügen fest und verweist dabei auf DIN 18025-1 (abgelöst durch DIN 18040-2) . Als Ausstattung werden Klappsitz, Spiegel und Haltestellenansagen erwähnt, für das Bedienungstableau und die Haltestangen wird auf DIN 18024-2 (abgelöst durch DIN 18040-1) und die nicht mehr erhältliche DIN 15325 verwiesen.

Kapitel 13: Öffentlich zugängig Grünanlagen und Spielplätze

Grünanlagen und Spielplätze, so sie öffentlich zugängig sind, werden in Kapitel 13 behandelt.

Kapitel 13.1 fordert die barrierefreie Zugängigkeit derartiger Anlagen und verweist bezüglich der Spielplätze auf DIN 18034Fussnote 3.

Kapitel 13.2 behandelt Haupt- und Nebengehwege, unter 13.2.1 wird die Wahrnehmbarkeit und Erreichbarkeit für Blinde und Sehbehinderte  sowie die Absturzsicherung von Wegen gefordert und bezüglich Orientierungshilfen auf Kapitel 19 hingewiesen. Kapitel 13.2.2 bemaßt für Hauptgehwege das Lichtraumprofil, die Wegbreite, Längs- und Quergefälle sowie Begegnungsflächen und regelt Ausnahmefälle sowie die Anordnung von Ruhebänken. Die entsprechenden Anforderungen an Nebengehwege werden in Kapitel 13.2.3 festgelegt.

Sanitäranlagen werden in Kapitel 13.3 gefordert und für ihre Gestaltung auf DIN 18024-2 (abgelöst durch DIN 18040-1) verwiesen. Die Notwendigkeit eines Notrufs wird in Kapitel 13.4 erwähnt.

Kapitel 14: Baustellensicherung

In Kapitel 14 werden die notwendigen Maßnahmen für eine Baustellensicherung beschrieben. Hierbei werden die Anforderungen an Absperrschranken und die Lichtraumprofile von Geh- und Notwegen festgelegt sowie auf die Kapitel zu Rampen und zur Ausstattung, Orientierung, Beschilderung und Beleuchtung hingewiesen.

Kapitel 15: Haltestelle öffentlicher Verkehrsmittel und Bahnsteig

Kapitel 15 definiert für Haltestellen die zulässigen Höhenunterschiede und Abstände zwischen Bahnsteig und Fahrgastraum. Weiter werden die taktile und optische Kontrastierung von Einstiegsstellen, ein Witterungsschutz sowie Sitzgelegenheiten gefordert. Die Anordnung zu Radwegen wird festgelegt und auf DIN 32984 (Bodenindikatoren) verwiesen. Für stark frequentierte, zentrale Bahnhöfe sind Sanitäranlagen vorzusehen. Für Orientierung und Beleuchtung wird auf Kapitel 19 verwiesen.

Kapitel 16: Pkw-Stellplatz

Die Anzahl der für Behinderte vorzusehenden Parkplätze wird in Kapitel 16 festgelegt, für ihre Gestaltung wird auf DIN 18025-1 (abgelöst durch DIN 18040-2) verwiesen. Die Maße der Bewegungsflächen sind nach Kapitel 4.8 und die Borde nach Kapitel 10.1 auszugestalten. Für Längsparkplätze wird mindestens ein Platz mit größeren Abmessungen gefordert.

Kapitel 17: Öffentliche Fernsprechstelle und Notrufanlage

Kapitel 17 legt die Nutzbarkeit von Fernsprechstellen und Notrufanlagen auch durch Rollstuhlnutzer fest und verweist für die Ausgestaltung auf andere Kapitel dieser Norm.

Kapitel 18: Bedienelemente

In Kapitel 18 wird die Barrierefreiheit von Bedienelementen beispielsweise von Geld- und Fahrkartenautomaten, Schaltern, Tastern, Briefeinwurf- und Codekartenschlitzen sowie Notschaltern erläutert und mit Anforderungen an Einbauhöhen und bauliche Ausführungen ergänzt.

Kapitel 19: Ausstattung, Orientierung, Beschilderung und Beleuchtung

Kapitel 19 definiert die Anforderungen an die Ausstattung, Beschilderung und Beleuchtung und fordert Orientierungshilfen, für Blinde und Sehbehinderte mit Bodenindikatoren nach DIN 32984.

Für Ausstattungen werden neben der Forderung nach der optischen Kontrastierungen auch konkrete Angaben für die Ausgestaltungen für eine taktile Wahrnehmbarkeit durch Blinde gegeben. Hinweise müssen optisch kontrastreich und taktil oder akustisch erkennbar sein und die Lesbarkeit muss sichergestellt werden. Die Benutzbarkeit von Haltestelleninformationen und anderen Orientierungshilfen für verschiedene Behindertengruppen wird ebenso wie eine ausreichende Beleuchtung gefordert.

Bezüglich der Beleuchtung von Verkehrsflächen und Treppen wird Blend- und Schattenfreiheit sowie eine höhere Beleuchtungsstärke als nach DIN 5035-2 festgelegt.

Fußnoten

  • Zurück zum Text, Fußnote 1

    DIN 32981:2002-11 - Zusatzeinrichtungen für Blinde und Sehbehinderte an Straßenverkehrs-Signalanlagen (SVA) - Anforderungen

  • Zurück zum Text, Fußnote 2

    RiLSA - Richtlinien für Lichtsignalanlagen - Lichtzeichenanlagen für den Straßenverkehr [FGSV-Nr. 321]; Hrsg: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)

    Bezug über FGSV-Verlag
  • Zurück zum Text, Fußnote 3

    DIN 18034:1999-12 - Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Anforderungen und Hinweise für die Planung und den Betrieb